Besuch in Mbale April 2018

Im April 2018 besuchten wir, fünf Mitglieder des Vereins, eine Woche unser Projekt in Mbale – selbstverständlich auf eigene Kosten.

Mit Gesang, Tanz und Trommelrhythmen bereiteten uns die Kinder, Jugendlichen und Angestellten einen herzlichen Empfang als Ben, unser Taxifahrer mit uns auf das Grundstück einbog, wo das hope development centre entsteht, und das unseren Kindern jetzt schon als Platz zum Spielen und Herumtoben dient.

Gleich zu Beginn erhielten die Kinder Kleidung und Schuhe, die wir aus Deutschland mitgebracht haben. Für jedes Vorschulkind gab es ein Buch zum Schreiben und Malen, sowie einen Beutel für die Schulsachen. Auch jede Menge Malstifte haben uns Spender mitgegeben, die an der Malecke, die wir in der Nähe des Eingangstores eingerichtet haben, zum Einsatz kamen.

Fünf Tage hielten wir uns im Projekt auf, erlebten die Kinder beim Vorschulunterricht, den unsere Erzieherinnen Emily und Esther in beengten, dunklen und einfach ausgestatteten Räumen abhalten.

Wir begleiteten unsere Köchin Sarah und ihre Assistentin Mama Paul beim mühseligen Wasserholen an einer Quelle am 500 m entfernt gelegenen Fluss. Zehnmal am Tag müssen die Frauen diese Strecke zurücklegen. Sie befördern das Wasser in 20 l – Kanistern, die sie auf dem Kopf tragen.

Wir sahen unserer Köchin Sarah zu, wie sie auf dem Lehmboden eines kleinen Bretterverschlags, der als Küche dient, auf zwei Feuerstellen täglich ca. 150 Kindern ein warmes Essen, bestehend aus Bohnen und Reis, zubereitet.

Trotz der einfachen, ärmlichen Verhältnisse nehmen die Kinder mit Freude am Unterricht teil, lernen eifrig Zahlen und Buchstaben, nehmen in der Mittagspause ruhig und zufrieden auf dem Boden sitzend ihre Mahlzeiten ein, um anschließend in kleinen Gruppen mit Spielen, Toben und Reden den Rest der Pause zu verbringen.

Es war eine arbeitsreiche und tief beeindruckende Woche, in der wir viele Vorhaben umgesetzt und einige neue auf den Weg gebracht haben.

Persönliche Gespräche

Mit sämtlichen Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Hauptschulklassen sowie mit unseren drei College-Girls, die in Kisumu, der nächst gelegenen Stadt, in einer Wohngemeinschaft leben, führten wir persönliche Gespräche zu ihren schulischen Leistungen und ihren beruflichen Perspektiven. Wir motivierten sie, alles für einen guten Schul- bzw. Studienabschluss zu tun, damit ihnen der Weg zu weiterführenden Schulen, in eine gute Berufsausbildung und in ein eigenverantwortliches Leben offenbleibt.

Auch mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tauschten wir uns intensiv aus und konnten uns dabei von ihrer hohen Motivation, ihrem großen Zusammenhalt und ihrer starken Identifikation mit dem Projekt überzeugen.

Vier Jungs absolvieren handwerkliche Ausbildungen im Kfz.-Bereich und leben in einer Wohngemeinschaft in Kisumu, wo sie sich sehr wohl fühlen und sich auf ihre Selbständigkeit vorbereiten. Wir besuchten sie an ihrem Arbeitsplatz und verschafften uns einen Eindruck von den Ausbildungsbedingungen. Stolz zeigten sie uns ihre Arbeitsstelle und waren sehr angetan von dem Interesse, das wir Ihnen entgegenbrachten. Die Ausbilder sind mit den Leistungen unserer Jungs sehr zufrieden.

Hope Development Centre

Unser im Jahr 2016 erworbenes Grundstück ist mittlerweile eingezäunt und mit einem Eingangstor, einschließlich eines kleinen Aufenthaltsraums für die Wachmänner, versehen. Die Toiletten sind fertiggestellt und in einem 5000 l – Tank sammeln wir Regenwasser als Trinkwasser und zum Waschen.

Mit dem „Fundi“ (Bauleiter) besprachen wir die Lage und Abmessungen der weiteren geplanten Gebäude. Das Errichten einer Materialhütte aus Wellblech haben wir sofort in Angriff genommen. Sie wurde während unseres Aufenthalts fertig gestellt und dient dazu,

die Materialien für das Gebäude der Vorschule sicher unterzubringen. Wir hoffen, dass wir mit dem Bau der dringend benötigten Vorschule bald beginnen können. Nach der Fertigstellung des Schulgebäudes rüsten wir das Materiallager in eine Küche um.

Zur Verschönerung des Eingangsbereichs haben wir James, einen hörgeschädigten Maler aus Kisumu, gewinnen können. Er verstand es hervorragend, unsere Wünsche und Ideen umzusetzen.

Die Kinder schauten fasziniert zu, wie er auf den kahlen Wänden die Tiere und Landschaften entwickelte. Immer mehr Kinder und Erwachsene gesellten sich zu dem Künstler und bestaunten sein Werk. Auch das Toilettenhäuschen hat von James einen bunten Anstrich mit wunderschönen Tiermotiven erhalten.

Gesundheitsvorsorge

Die Kinder in Mbale wachsen unter einer desolaten gesundheitlichen Versorgung auf. Der nächste Kinderarzt hat seine Praxis im 30 km entfernten Kisumu. Die Angehörigen unserer Kinder können sich weder die Kosten einer ärztlichen Behandlung noch die Fahrt zum Arzt leisten. Um dieser schlechten medizinischen Versorgung ein wenig entgegen zu wirken, führen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten mehrmals im Jahr vor Ort Medical Camps durch.

Ein solches Medical Camp fand auch während unseres Aufenthalts statt. Unser Vereinsmitglied Sophia Poll, eine gelernte Kinderkrankenschwester, führte zusammen mit einer kenianischen Kollegin die Untersuchungen durch. Die beiden erfassten und dokumentierten den allgemeinen Gesundheits- und Ernährungszustand der Kinder, führten Malariatests durch und behandelten Erkältungskrankheiten sowie Haut- und Fußinfektionen. Alle Kinder erhielten Vitamin A-Tabletten und Medikamente gegen Wurmbefall. Für vier Kinder mit erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen hat unsere Koordinatorin Recky kurz darauf einen Besuch bei einem Facharzt organisiert. Insgesamt 76 Kinder im Alter von

3 bis 10 Jahren haben wir an diesem Tag untersucht.

Mit einem gewissen Stolz können wir feststellen, dass sich der Gesundheitszustand der Kinder durch die regelmäßige Ernährung und die Medical Camps in den letzten Jahren deutlich verbessert hat.

Verabschiedet wurden wir am letzten Tag von unseren Kindern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wieder mit Gesang, Trommelrhythmen und Tanz.

Der Besuch war für uns alle ein beeindruckendes Erlebnis, das uns weiter darin bestärkt und anspornt, uns für diese Menschen und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen einzusetzen.

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